Bildungsgutschein

Arbeitssuchende, die die Voraussetzung für eine berufliche Weiterbildung erfüllen, können unter zugelassenen Bildungsträgern und Lehrgängen frei wählen. Um den Weg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, hat die Bundesagentur für Arbeit Buldungsgutscheine eingeführt. Mehr Wahlfreiheit und Eigenverantwortung der Arbeitssuchenden sind Ziele dieses Gutscheins. Der Bildungsgutschein beinhaltet u. a. das Bildungsziel, die Qualifizierungsschwerpunkte und die vorgesehene maximale Weiterbildungsdauer. Er hat eine begrenzte Gültigkeit (in der Regel von drei Monaten) und muss in diesem Zeitraum vorgelegt werden, da er sonst verfällt.

Voraussetzungen für den Erhalt des Bildungsgutscheins
Arbeitnehmer werden gefördert, wenn

  • die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern
  • eine drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden ist
  • sie keinen Berufsabschluss besitzen
  • sie ausreichend lang Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben
  • sie vor Beginn der Teilnahme durch das Arbeitsamt beraten wurden und die Förderungsvoraussetzungen bescheinigt wurden
  • die Maßnahme und der Träger für die Förderung zugelassen sind.


Förderung der beruflichen Weiterbildung
Arbeitnehmer können bei Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten und einen Zuschuss zum Lebensunterhalt (Unterhaltsgeld) gefördert werden.

Leistungen
Die Übernahme von Weiterbildungskosten und Unterhaltsgeld ist von vorhandenen Haushaltsmitteln abhängig (Kannleistungen). Bezahlt werden Lehrgangskosten, Fahrkosten, Kosten für auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie Kosten für die Betreuung von Kindern.
Zu beachten ist:
Unterhaltsgeld können Arbeitnehmer erhalten, die an einer für die Weiterbildungsförderung anerkannten Vollzeitweiterbildung teilnehmen. Teilunterhaltsgeld können Arbeitnehmer erhalten, die an einer Teilzeitqualifizierung teilnehmen, die mindestens zwölf Stunden wöchentlich umfasst.
Arbeitnehmer, die innerhalb der letzten drei Jahre vor Beginn der Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme zuletzt Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen haben und danach keine für eine Neubemessung ausreichende Versicherungspflichtzeit (in der Regel ein Jahr) nachweisen können, erhalten Unterhaltsgeld in Höhe dieser zuvor bezogenen Leistungen.
Ist das Unterhaltsgeld neu zu bemessen, erfolgt dies im Regelfall nach dem versicherungspflichtigen Entgelt aus den letzten 52 Wochen vor Beginn der Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme (Bemessungszeitraum).
Außerdem kommt es bei der Höhe des Unterhaltsgeldes auf die der Lohnsteuerklasse des Arbeitnehmers entsprechende Leistungsgruppe an. Ist ein Kind im steuerrechtlichen Sinne zu berücksichtigen, wird der erhöhte Leistungssatz gezahlt, ohne Kind der allgemeine Leistungssatz. Das Teilunterhaltsgeld wird nach besonderen Bestimmungen berechnet.
Für Berufsrückkehrer/innen gelten andere Voraussetzungen:
Bildungsinteressenten, die die Vorbeschäftigungszeit nicht erfüllen, können die Weiterbildungskosten, jedoch keine Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten. Die Antragsteller müssen in der Regel entweder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben oder drei Jahre eine berufliche Tätigkeit ausgeübt haben. Vor Beginn der Teinahme an einer Weiterbildung muss eine Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit erfolgt sein.

Einlösen des Bildungsgutscheins
Der Inhaber des Bildungsgutscheins muss innerhalb der Gültigkeitsdauer mit der Maßnahme beginnen, sonst verfällt er. Sollte im Einzelfall der von Ihnen ausgesuchte Lehrgang nicht innerhalb von drei Monaten beginnen oder sollten Sie keinen geeigneten finden, dann wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre/n Arbeitsberater/in, ggf. kann ein neuer Gutschein ausgehändigt werden.

Worauf Sie achten sollten
Die Maßnahme und die Bildungsträger müssen für die Weiterbildungsförderung von Zertifizierungs-agenturen zugelassen sein. Bevor Sie sich zu einem Lehrgang anmelden, vergewissern Sie sich beim Bildungsträger, ob der von Ihnen ausgewählte Lehrgang nach dem Sozialgesetzbuch III (SGB III) zugelassen ist und mit dem festgelegten Bildungsziel und den Qualifikationsinhalten übereinstimmt. Nur an solchen Lehrgängen können Sie mit Ihrem Bildungsgutschein teilnehmen.
Bemühen Sie sich deshalb so schnell wie möglich um einen geeigneten Lehrgang. Je schneller Sie mit der beruflichen Weiterbildung beginnen, desto eher beenden Sie auch Ihre Arbeitslosigkeit!